KULTSTEIN


  
 


PHILOSOPHIE

 

 

 

 

 

 

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STEIN UND NATUR

Durch die Natur erleben wir was es bedeutet zu erblühen und zu vergehen, zu wachsen und zu schlafen. Ein Zyklus der uns umgibt. Auch wir Menschen erleben dies. Nicht nur im Leben als Ganzes sondern auch in Lebensphasen, Abschnitte die wir abschliessen oder neu beginnen.

Aus einem Kieselstein, den man in der Natur findet, ein wertvolles Objekt zu erschaffen um ihn dann wieder der Natur zurückzugeben, erscheint auf den ersten Blick sinnlos. Betrachtet man den Stein jedoch als Gefühl, als Augenblick in unserer Lebenszeit, so erscheint es normal ihn verstreichen zu lassen und wegzugeben. So wird der Stein, zusammen mit unseren Gedanken und Wünschen, wieder Teil eines Ganzen.



STEIN UND ZEIT

Steine sind auch Zeugen. Sie sind Millionen von Jahren alt und haben einen langen Weg hinter sich, bevor wir sie als Kultstein in den Händen halten. Wir finden Steine überall in der Archäologie und der Menschheitsgeschichte, vom Feuerstein, Waffen, mittelalterlichen Burgen bishin zu Heute. Sie haben die Menschen immer geprägt und waren wichtig. Was für ein spannender Gedanke, dass ein KULTSTEIN einmal Teil von etwas Anderem war. Vielleicht ein Mühlstein? oder eine Mauer? Aber die Zeit hat an den Steinen genagt, hat sie verändert, geformt und geschliffen. Wenn wir den KULTSTEIN der Natur zurückgeben, so wird er - zusammen mit unseren Zeichen und Inschriften - seinen Weg weitergehen in die Zukunft.



STEIN UND ICH

Steine begleiten mich schon lange durch mein Leben. Dies nicht nur weil ich ausgebildete Steinbildhauerin bin, sondern einfach weil ich sie von Herzen gerne sammle. Fand ich Steine die mir gefielen, nahm ich sie nach Hause. So sammelten sich in meinem Garten über Jahre hinweg Kieselsteine aus den verschiedensten Gegenden und Lebenssituationen. Wenn ich sie betrachte, rufen sie in mir Erinnerungen wach an vergangene Ferien, an Orte oder wie ich mich damals gefühlt habe. Steine zu verbinden mit Gefühlen oder Erinnerungen, seien sie gut oder schlecht, erscheint mir ganz natürlich.

Vor allem jedoch sammelte und sammle ich immer noch Kieselsteine auf meinen Spaziergängen in meiner nahen Umgebung. Ihre Formen und unbekannten Geschichten begannen mich zu inspirieren. So wuchs die Lust, diese Steine zu beschriften oder zu bearbeiten. Und wenn mir einer nicht mehr gefiel, warf ich ihn zurück aufs Feld oder in den Bach. So entstanden die ersten Kultsteine.

Als Bildhauerin möchte ich vor allem auf die Form des Kiesels eingehen, diese unterstützen, Linien verstärken und Muster sowie Struktur einbeziehen. Dies ist mir wichtig. Es ist ein Wechselspiel, bei dem der Stein mitredet - mit ungewissem Ausgang, wie dieser Tanz ausgeht. Bei dieser Auseinandersetzung fasziniert es mich wie jeder Kultstein sich so ein Stück weit selbst erschafft.

Steine sind so alt. Sie sind immer präsent, stumm, einfach nur da. Für mich sind sie schlafende Begleiter und ich hoffe, dies werden sie auch für Sie.










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